Wer mit 18 oder 19 Jahren ein Auto mieten möchte, stößt auf ein Standard-Hindernis: die meisten Vermieter haben Mindestalter von 21 oder 25 Jahren. Auto mieten mit 18 ist trotzdem möglich, kostet aber Jungfahrer-Aufschläge und ist auf bestimmte Fahrzeugklassen beschränkt. Wir zeigen, welche Anbieter junge Fahrer akzeptieren und unter welchen Bedingungen.
Der deutsche Markt unterscheidet sich von anderen Ländern in seinen Mindestalters-Regeln. Während in den USA viele Anbieter unter 25 Jahre überhaupt nicht vermieten, gibt es in Deutschland mehrere Optionen für 18- und 19-Jährige mit Führerschein der Klasse B.
Mindestalters-Regeln bei den großen Anbietern
Vier große Anbieter mit unterschiedlichen Regeln.
Sixt. Mindestalter 18 für Kompakt- und Kleinwagen mit Jungfahrer-Aufschlag von 25 bis 45 Euro pro Tag. Premium-Klassen ab 21 oder 25 Jahre.
Europcar. Mindestalter 19 für Kompakt- und Mittelklasse mit Aufschlag 20 bis 40 Euro pro Tag. SUV und Premium ab 23 oder 25 Jahre.
Avis. Mindestalter 23 für die meisten Klassen, manche Standorte ab 21. Sehr restriktiv für unter 21-Jährige.
Hertz. Mindestalter 21 mit Jungfahrer-Aufschlag bis 25. Premium-Klassen oft erst ab 25.
Bei Sixt sind 18-Jährige am einfachsten zu vermieten, mit den entsprechenden Aufschlägen. Andere internationale Anbieter sind oft restriktiver.
Jungfahrer-Aufschlag im Detail
Drei typische Aufschlagsstrukturen am Markt.
Tagespauschal-Aufschlag. 20 bis 45 Euro pro Tag, je nach Anbieter und Fahrzeugklasse. Bei einer 7-Tage-Miete kommen so 140 bis 315 Euro Mehrkosten zusammen.
Pauschalpreis pro Mietvorgang. Statt Tagespauschale ein einmaliger Aufschlag von 80 bis 220 Euro für die gesamte Mietzeit. Lohnt sich bei längeren Mieten.
Höhere Selbstbeteiligung. Statt Aufschlag wird die Selbstbeteiligung im Schadensfall erhöht, oft auf 2.500 bis 5.000 Euro statt der Standard-Selbstbeteiligung. Im Schadensfall trägt der junge Mieter mehr Eigenanteil.
Konkrete Rechnung: Bei einer 7-Tage-Kompaktklasse-Miete für 350 Euro Standard kommt der Jungfahrer-Aufschlag bei 18-Jährigen meist auf 150 bis 250 Euro Mehrkosten.
Voraussetzungen für junge Mieter
Vier Punkte sind bei jedem Anbieter Pflicht.
Gültiger Führerschein. Klasse B (deutsche Standard-Pkw-Erlaubnis) muss mindestens ein Jahr alt sein. Manche Anbieter verlangen mindestens zwei Jahre Führerscheinbesitz.
Kreditkarte oder Bonitätsnachweis. Bei jungen Mietern oft strenger geprüft als bei älteren. Eine eigene Kreditkarte mit ausreichendem Limit für die Kaution. Alternativ Eltern-Bürgschaft mit deren Kreditkarte.
Höhere Kaution. Statt 200 bis 1.500 Euro Standard oft 1.500 bis 3.500 Euro Kaution. Bei Premium-Fahrzeugen entsprechend mehr.
Unfallfreie Vorgeschichte. Bei manchen Anbietern wird eine Versicherungs-Schadenfreiheits-Bestätigung verlangt. Bei jungen Fahrern oft als Bonitäts-Indikator.
Welche Fahrzeuge für 18-Jährige verfügbar sind
Drei Fahrzeugklassen sind typisch verfügbar.
Kleinwagen und Kompaktklasse. Bei Sixt und Europcar ab 18 Jahre möglich. VW Polo, Opel Corsa, Renault Clio, Skoda Fabia. Standard-Mietpreis plus Jungfahrer-Aufschlag.
Kombi und kleine SUV. Bei einigen Anbietern ab 19 oder 21 Jahre. VW Tiguan, Skoda Karoq.
Premium und Sportwagen. Praktisch nie für unter 23-Jährige. Sportwagen-Vermieter haben in der Regel 25 Jahre Mindestalter, bei Supersportwagen 28 Jahre.
Konkret heißt das: Mit 18 mieten Sie problemlos einen VW Polo oder Golf, müssen aber auf Premium-Fahrzeuge verzichten.
Carsharing als Alternative
Drei Carsharing-Anbieter haben unterschiedliche Mindestalters-Regeln.
Share Now. Mindestalter 19 Jahre, mindestens ein Jahr Führerscheinbesitz. Free-Floating in vielen Großstädten. Minutenweise Abrechnung.
Stadtmobil und cambio. Mindestalter 18, mit ein bis zwei Jahren Führerscheinbesitz. Stationsbasiert mit klassischen Tagesmiet-Pauschalen.
Miles. Mindestalter 21 Jahre. Free-Floating-Carsharing, oft günstiger pro Stunde als Share Now.
Bei Carsharing ist der Bonitäts-Check meist einmalig bei der Anmeldung, danach ohne weitere Aufschläge bei jeder Fahrt.
Privat-Vermietung als günstigere Option
Plattformen wie Shary haben bei jungen Mietern oft flexiblere Bedingungen als klassische Anbieter. Shary, die deutsche P2P-Carsharing-Plattform aus Bonn (Teil des miet24-Netzwerks), erlaubt junge Mieter ab 21 Jahren bei den meisten Fahrzeugen, einige Vermieter sogar ab 18. Buchung per App, ab 20 Euro pro Tag mietbar, abgesichert über die VHV-Versicherung.
Der Vorteil: Keine standardisierten Jungfahrer-Aufschläge, sondern individuelle Vereinbarungen mit dem privaten Vermieter. Manche Vermieter haben sogar Sondertarife für jüngere Fahrer mit Verantwortung für Schäden im Übergabeprotokoll.
Tipps für junge Mieter
Vier praktische Strategien für 18- und 19-Jährige.
Vergleich mehrerer Anbieter. Die Mindestalters-Regeln und Aufschläge variieren stark. Bei drei bis vier Anbietern parallel anfragen, oft 50 bis 150 Euro Preis-Unterschied.
Eltern als Hauptmieter. Wenn ein Elternteil als Hauptmieter bucht und der junge Fahrer als Zusatzfahrer registriert ist, entfällt der Jungfahrer-Aufschlag oft. Voraussetzung: Beide Personen sind im Mietvertrag als Fahrer aufgeführt.
Kürzere Mietzeit. Da der Aufschlag oft pro Tag berechnet wird, lohnt sich eine kürzere Mietzeit. Statt einer 5-Tage-Miete eine 3-Tage-Miete plus separater Bahn-Anreise.
Carsharing für Stadt-Bedarf. Bei Stadtfahrten ohne Reise-Bedarf ist Carsharing oft die günstigere Option als klassische Vermietung mit Jungfahrer-Aufschlag.
Wer den allgemeinen Vergleich der Mietwagen-Optionen prüfen möchte, findet in unserem Mietwagen-Preisvergleich-Ratgeber die wichtigsten Kostenpunkte.
Versicherungs-Aspekte für junge Mieter
Drei Versicherungs-Punkte sind besonders relevant.
Höhere Selbstbeteiligung. Bei jungen Mietern oft 2.500 bis 5.000 Euro statt 1.000 Euro Standard. Reduzierung gegen Aufpreis möglich.
Schadensbeteiligung bei Unfällen. Bei grober Fahrlässigkeit (Alkohol, Drogen, Geschwindigkeitsüberschreitung) kann die Versicherung die Leistung kürzen. Junge Fahrer haben oft erhöhtes Risiko-Profil bei der Versicherung.
Auslandsfahrten. Bei jungen Mietern oft eingeschränkt. Manche Anbieter erlauben nur Inlands-Fahrten oder bestimmte Nachbarländer.
Praktische Beispiel-Rechnungen für junge Mieter
Drei realistische Szenarien zeigen die Mehrkosten konkret.
Szenario 1: 18-jähriger Student für Wochenendreise. 3-Tage-Miete VW Polo bei Sixt. Standard-Tarif 145 Euro plus Jungfahrer-Aufschlag 75 Euro plus Versicherungs-Upgrade 30 Euro. Gesamt 250 Euro. Bei Carsharing über Stadtmobil mit eingeschriebener Mitgliedschaft: 165 Euro für 72 Stunden plus Kilometer.
Szenario 2: 19-jährige Auszubildende für Familienbesuch. 7-Tage-Miete VW Golf bei Europcar. Standard 320 Euro plus Jungfahrer-Aufschlag 175 Euro. Gesamt 495 Euro. Bei Privat-Vermietung über Shary: vergleichbares Modell für 280 bis 350 Euro inklusive Versicherung, ohne separaten Jungfahrer-Aufschlag.
Szenario 3: 18-jähriger Berufseinsteiger für Umzug. 2-Tage-Miete Sprinter. Standard 180 Euro plus Jungfahrer-Aufschlag 60 Euro. Gesamt 240 Euro. Manche Vermieter haben Sondertarife für Umzüge mit Familien-Bürgschaft, die den Aufschlag auf 30 bis 50 Euro reduzieren.
Diese Beispiele zeigen, dass Carsharing und Privat-Vermietung über Plattformen wie Shary oft die wirtschaftlich bessere Wahl für junge Mieter sind. Die formalen Aufschlags-Strukturen der klassischen Vermieter rechnen sich erst bei Premium-Fahrzeugen oder speziellen Anwendungsfällen wie internationalen Geschäftsreisen mit Firmenrabatten.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Welche Anbieter vermieten ab 18 Jahren?
Sixt vermietet bei Kompakt- und Kleinwagen ab 18 Jahre, Europcar bei manchen Klassen ab 19 Jahre. Avis und Hertz sind restriktiver mit Mindestalter 21 oder 23.
Was kostet der Jungfahrer-Aufschlag?
Tagespauschalen 20 bis 45 Euro, alternativ Mietzeit-Pauschalen 80 bis 220 Euro. Bei einer 7-Tage-Miete typische Mehrkosten 150 bis 250 Euro gegenüber Standard-Mietern.
Brauche ich einen längeren Führerscheinbesitz?
Bei den meisten Anbietern mindestens ein Jahr Führerscheinbesitz. Bei einigen Anbietern und Premium-Fahrzeugen mindestens zwei Jahre. Vor Buchung explizit klären.
Wer kann als Bürge auftreten?
Eltern oder andere Familienangehörige können als Hauptmieter buchen und den jungen Fahrer als Zusatzfahrer registrieren lassen. Beide müssen im Vertrag stehen.
Kann ich mit 18 ein Wohnmobil mieten?
Bei Wohnmobilen sind die Mindestalters-Regeln meist 21 oder 25 Jahre, weil das Risiko-Profil als höher eingeschätzt wird. Bei Privat-Vermietung über Shary teils ab 21 Jahre möglich.
Wo finde ich auf miet24.de Anbieter für junge Mieter?
Auf miet24.de finden Sie Anbieter mit verschiedenen Mindestalters-Regeln, einschließlich Carsharing-Plattformen und P2P-Plattformen wie Shary mit oft flexibleren Konditionen.
Auto mieten mit 18 ist mit den richtigen Anbietern möglich, kostet aber Jungfahrer-Aufschläge zwischen 150 und 300 Euro pro Mietvorgang. Wer Sixt für klassische Vermietung, Carsharing für Stadt-Bedarf oder Shary für Privat-Vermietung wählt, findet passende Optionen für seinen Reise-Bedarf. Anbieter für junge Mieter finden Sie auf miet24.de im Bereich Mietwagen.
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